Nachhaltigkeit bei der Teekampagne

Eigentlich scheint es ganz einfach: Wer morgen auf Ressourcen zurückgreifen möchte, muss heute die Voraussetzungen dafür schaffen. Muss Maß halten und langfristig und verantwortungsbewusst denken.

„Sustainable Development … development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs“ (Report of the World Commission on Environment and Development: Our Common Future, 1987 = Brundtland-Report).
Bereits 1713 hielt Carlowitz diesen Gedanken für die Forstwirtschaft fest: ‘Sylvicultura oeconomica oder Anweisung zur wilden Baum-Zucht’.
Heute ist diese Herangehensweise als Nachhaltigkeit bekannt und der Begriff mitunter zu einem arg strapaziertem Modewort geworden.
Für die Teekampagne ist Nachhaltigkeit der Anspruch, die Aspekte Ökonomie, Ökologie und Soziales harmonisch meiteinander zu verbinden und eine Balance herzustellen.

CO2-Emissionen reduzieren

Schiff statt Flugzeug
Eine der entscheidenden CO2-Emissionsquellen ist der Transport. Da die Schifffahrt die mit Abstand umweltfreundlichste Transportart ist, wenn man die CO2 Emissionen pro Tonne und Kilometer berücksichtigt, und der CO2-Austoß beim Hochseeschiff pro Tonnenkilometer ca. 12-15 mal geringer ausfällt als beim Lkw-Transport, ist für eine positive Ökobilanz die Reduktion von CO2-Emissionen im Straßentransport von entscheidender Bedeutung. Mit dem Verzicht der Teekampagne auf den jährlichen Flugtee zu Beginn der Saison wird der Tatsache Rechnung getragen, dass der CO2-Austoß beim Flugtransport bis zu 230 mal höher ausfällt als beim Schifftransport.

Verzicht auf Zwischenhandel
Dass der Zwischenhandel ausgeschaltet wird bedeutet für die CO2-Bilanz, dass der Straßentransport des Tees auf das Notwendigste reduziert wird. Von der Plantage zur Verarbeitung und zum Hafen in Indien. Von da aus mit dem Schiff nach Rotterdam oder Hamburg, dann vom Packhof direkt zum Endverbraucher. Großhändler, Importeure, Teehandelsfirmen, Einzelhändler fallen weg und damit vor allem das CO2-emissionsreichste Transportmittel: der Güterstraßenverkehr. Das Ausschalten des Zwischenhandels verhindert den intensiven Transport des Tees auf der Straße, die Notwendigkeit von Zwischenlagern und aufwändiges Umverpacken.

Großpackungen
Das Prinzip Großpackung anstatt vieler Kleinpackungen reduziert unnötiges Verpackungsmaterial. Tee ist lange haltbar. Eine ökologische Vorteilhaftigkeit der Großpackung wird auch durch die Einsparung der Vorder-, Rück- und Verschlussetiketten gegenüber den herkömmlichen 100 Gramm-Päckchen erreicht; der Verzicht auf printintensive Werbung trägt ebenfalls zur positiven Ökobilanz bei.

Versandhandel
Durch Onlineshop und Versand entfällt bei der Teekampagne die verkehrsintensive Belieferung der Einzelhandelsläden. Durch den Versand der Großpackungen über DHL/Post sind Privatfahrten zu Teefilialen nicht notwendig. Der Kunde hält selbst Vorrat, der individuelle Pkw-Verkehr entfällt. Ebenfalls verursacht die Abschaffung der Lagerhaltung eine viel günstigere Bilanz bei der Relation der aufgewendeten Energiekosten pro Flächeneinheit. Die Abschaffung der Lagerhaltung hat eine bessere Energieeffizienz im gesamten Energiehaushalt zur Folge.

Und nicht zuletzt:
Seit 1992 betreibt die Teekampagne ein Wiederaufforstungsprojekt in Darjeeling, um der Bodenerosion entgegenzuwirken. Für rund 700.000 Euro sind seither zwei Millionen Bäume gepflanzt worden. Durch Photosynthese und weitere Prozesse wird auf diesem Wege CO2 nachhaltig der Umwelt entzogen.

Waterfootprint

Der britische Professor John Anthony Allan ist jüngst in Stockholm mit dem “Wasser-Nobelpreis” ausgezeichnet worden. Er veranschaulicht in seinen Berechnungen wie viel “virtuelles Wasser” zur Herstellung verschiedener Produkte verbraucht wird. Als “virtuelles Wasser” bezeichnet er die Menge an sauberem Frischwasser, das zur Herstellung verbraucht, verdunstet oder verschmutzt wird.

Allan hat errechnet, dass zur Herstellung einer Tasse Tee ca 15 Liter Wasser verbraucht werden. Damit schneidet Tee im Vergleich zu anderen Produkten und Lebensmitteln sehr günstig ab: die Herstellung einer Tasse Mokka (Kaffee) verschlingt demnach 140 Liter Wasser, für ein Glas Milch werden immerhin 200 Liter Wasser benötigt. Ein Kilo Rindfleisch “kostet” gar 15.000 Liter und damit zweieinhalb mal soviel wie die Herstellung einer Jeanshose.

Mehr zu diesem Thema erfahren Sie unter www.waterfootprint.org